Zu früh gefreut?

Auch wenn die Nachrichten aus Brüssel gut klingen, so ist jedem, der ein wenig hinter die Kulissen blickt, klar, dass es nicht wirklich aufwärts geht.
Griechenlands Finanziminister Yannis Sournaras und auch der EU-Wettbewerbskommissar Joaguin Almunia sprachen von extrem guten Nachrichten. Dies ist richtig im Hinblick auf die Rückkehr Griechenlands an den Kapitalmarkt. Athen schaffte es, statt der geplanten 2,5 Milliarden Euro, drei Milliarden zu erwirtschaften.
Auch die Eurozone hat im Vorjahr zum ersten Mal seit 2008 das Maastricht-Kriterium eingehalten. Aber wenn man sich das Ganze genau anschaut, dann fällt auf, dass hier eine falsche Rechnung aufgestellt wurde.
In Wirklichkeit ist es so, dass durch den Coup der Griechen, die Haushaltslage deutlich verschärft wird, da Athen mit allen Mitteln – ohne Rücksicht auf Kosten – sein Ziel erreichen wollte. Im Ranking der OECD-Staaten wurde Griechenland von der Bertelsmann-Stiftung auf den letzten Platz gestellt.
Die entstandene Finanzierungslücke von 5,5 Milliarden Euro lässt sich nur durch das bestehende Hilfspaket geschlossen werden.
Es scheint, als hätten alle den Überblick verloren.
Anstatt seine Wirtschaftsleistung zu steigern – um die Schulden zu tilgen -. Stattdessen schrumpft nun das BIP von 230 Milliarden Euro in 2009 auf 192 Milliarden Euro in 2013. Die Staatsschulden stiegen von 130 Prozent in 2009 auf 177 Prozent in 2013. Die massiven Einsparungen – beispielsweise im Öffentlichen Dienst – blieben reine Theorie. Ebenso wurde die in 2012 beschlossene Gehaltskürzung für Polizisten und Soldaten nicht durchgeführt.
Nun, Europas Steuerzahler bleiben diejenigen, die weiterhin für Griechenland zahlen, während die Griechen sich ausruhen können. Die Banken freuen isch, denn Staatsanleihen sind ein tolles Geschäft! Viva Europa!