Russisches Importverbot beeinträchtigt deutsche Wirtschaft

Mittelständige Unternehmen gelten seit Langem als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Nun droht diesem ein harter Schlag: Das von Russland aufgrund politischer Spannungen verhängte Importverbot europäischer und US-amerikanischer Waren macht sich bereits bei den Verkäufen und den Gewinnen zahlreicher Firmen bemerkbar. Auch Geschäftsbeziehungen, die besonders im Osten Deutschlands bereits seit langen Jahren bestanden haben, scheinen unter diesen Umständen keine Bedeutung mehr zu haben.

So zumindest erscheint es der MWL Apparate Bau GmbH im sächsischen Grimma, die Hochdruckbehälter und Wassertanks herstellt. Während der vergangenen sechs Monate verzeichnete das Unternehmen einen deutlichen Auftragseinbruch und führt diesen unmittelbar auf die politische Lage zurück. Ähnlich ergeht es der Lebensmittel verarbeitenden Amandus Kahl GmbH aus der Nähe von Hamburg. Auch hier bleiben die sonst konstanten Lieferungen aus, und anhand der derzeitigen Lage fällt die Prognose entsprechend schlecht aus.

Dabei macht der Mittelstand, der aus kleinen und mittelgroßen Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen besteht, 52 % der gesamten Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik aus. Sollten nun die Geschäftsbeziehungen zu Russland dauerhaft auf Eis liegen, fällt den diesen eher regional orientierten Firmen oftmals schwer, andere Kunden zu finden. Global aktive Unternehmen wie BMW oder Siemens haben dabei weniger Probleme und sind eher in der Lage, sich auf andere Länder als Abnehmer zu konzentrieren.

Eine deutliche Schwächung der deutschen Wirtschaft würde sich nicht zuletzt auch auf die gesamte EU auswirken, ist Deutschland doch nicht nur der Haupt-Handelspartner Russlands, sondern verfügt auch über die größte und stabilste Wirtschaft. Bleibt das Importverbot weiterhin unverändert bestehen, könnten Arbeitsplätze im deutschen Mittelstand ernsthaft bedroht sein. Die Bundesregierung erwägt bereits staatliche Hilfszahlungen an betroffene Unternehmen – vorab müsse jedoch ermittelt werden, welche Bereiche wie stark betroffen sind.